Josefikonzert der Musikkapelle Niederaudorf

Blasmusik im Herzen, das hat die Musikkapelle Niederaudorf und die gleichnamige Polka von Toni Scholl aus dem Notenschatz der Egerländer Musikanten, spielte die Blaskapelle auch bei ihrem Jahreskonzert in der voll besetzten Turnhalle Niederaudorf.

Im Jahr 1934 gründeten zwölf Musikanten die Musikkapelle Niederaudorf. Drei Prozessionsmärsche und zwei weltliche Märsche wurden für den ersten Auftritt bei der Fronleichnamsprozession einstudiert. Im Laufe der Zeit bekundete die Musikkapelle immer wieder bei Konzerten ihren Leistungsstand. Als die Besetzung auf dreißig Musikanten stieg wurde das Jahreskonzert als Josefikonzert genannt denn zu dieser Zeit trugen zwölf Blasmusiker den Vornahmen „Sepp“. Nun hat auch die Musikkapelle Niederaudorf die moderne Zeit erreicht und nur mehr drei hören auf den Rufnamen „Josef“.

Mit „Festlicher Einzug“, eine würdige und feierliche Eröffnungsmusik für Blasorchester aus der Feder des schlesischen Komponisten Hans Hartwig, startete Dirigent Sebastian Kurz den Melodienreigen. Konzertante Blasmusik war bei der Ouvertüre „Bella vita“, ebenfalls von Hans Hartwig, zu hören. Meran, die ehemalige Hauptstadt Tirols, heute eher als Kurstadt bekannt, regte Gottfried Veit zu einem romantischen Tongemälde an. Er fasste den Zauber der Stadt und ihrer einmaligen Landschaft in eine Blasorchester-Komposition. Sie wurde eröffnet mit dem Kurhaus-Motiv, den Kopfthemen mit Touristenstrom in der Altstadt, angedeutet durch sechs Nationalhymnen. Weiter ging es musikalisch mit einem Spaziergang auf dem Tapeinerweg, Mönchsgesang in der Stadtpfarrkirche, Winterfreuden auf Meran 2000 und Galoppreiten am Pferderennplatz. Die „Sommerpromenade“ brachte einen enthusiastischen Klangrausch zu den Wasserkaskaden der Gilfklamm die tonmalerisch von den Holzblasinstrumenten mit Sechzehntel-Läufen tonmalerisch illustriert wurden. Die klangvolle akustische Bilderfolge zum Tongemälde „Meran“ fand begeisterten Beifall. Richtig das Kunstverständnis der Konzertbesucher traf der Konzertwalzer „Hereinspaziert“ aus der Operette „Der Schätzmeister“ von Carl Michael Ziehrer.

Viele Erfolgsstücke stammen von dem amerikanischen Sänger, Schauspieler und Entertainer Francis Altert „Frank“ Sinatra. Melodien wie „Summerwind“, „Somethin´ Stupid“, “Strangers in the night“ und das finale „New York, New York“ hatte zusammen mit dem Foxtrott „Cheek to Cheek“ oder „Blues Skies“ Norbert Studnitzky zu einem Potpourri gefasst. Hier kam auch das Saxohpon-Register der Musikkapelle zur Geltung. Eingestreut in die Konzertfolge Marschmusik wie „Über´s Land“, „Jetzt geht´s los“ oder die Polkas „Blasmusik im Herzen“ und Musikantentraum. Den Schlussakkord des Josefikonzert-Programmes bildete der Konzertmarsch „Primus Inter Pares“ von Manfred Spies. Mit dem unter Kaiser Augustus eingeführten Begriff „Erster unter Gleichen“ wollte dieser seine Stellung im römischen Staatsgefüge beschreiben. Doch nicht endender Beifall forderte von Sebastian Kurz als „Erster“ am Dirigentenpult sowie dem „Gleichen“ musizierenden Klangkörper, Zugaben. Dazu zählte auch der Österreichische Militärmarsch des Hoch- und Deutschmeister-Infanterie-Regiments Nr.4.

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Beim Josefikonzert der Musikkapelle Niederaudorf musizierten unter Leitung von Sebastian Kurz vierzig Mitglieder

Abwechslungsreich interpretierte Sepp Kern in seinenüberleitenden Worten Musikstücke und deren Komponisten und wusste mit kleinen Geschichten zu gefallen.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Konzert (Dank an Franz Zaglacher fürs Fotografieren):